Proteste gegen Atomtransporte in Hamburg

Anlässlich der andauernden Atomtransporte durch den Hamburger Hafen und dem Jahrestag des Schiffbrands der Atlantic-Cartier führten Anti-Atom-Aktivist_innen mehrere Protestaktionen durch.

Am 30. April protestierten Anti-Atom-Aktivist_innen mit mehreren Kletteraktionen vor dem Hamburger Firmensitz der Atlantic Container Line (ACL) in der Hamburger Hafen-City. Zwei Aktivist_innen entrollten vom Dach des Gebäudes ein Transparent mit dem Aufdruck: „Hallo geht’s noch? Atomtransporte stoppen!“. Die ACL ist verantwortlich für viele sehr gefährliche Uranhexafluorid-Transporte und betreibt mehrere Schiffe, die radioaktive Materialien transportieren dürfen. Wie viele weitere Unternehmen profitiert die ACL von den Atomtransporten.

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Atomtransporte

Im mehr oder weniger idyllischen Grasbrookpark in der Hafen-City zogen am 1. Mai Anti-Atom-Aktivist_innen in Chemikalienschutzanzügen über den Spielplatz. Dort verteilten sie Atommüll-Attrappen, sperrten Teile des Spielplatzes als Super-GAU Sperrgebiet ab und informierten Bürger_innen über die anhalten Atomtransporte und die damit verbundenen Risiken. Der Grasbrookpark liegt inmitten des Evakuierungsgebiets, falls ein Atomunfall im Hamburger Hafen passieren sollte.

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Am Anlegeplatz des O’swaldkais machte am 3.5. die Atlantic-Cartier fest. Dieses Schiff entging im vergangen Jahr nur knapp einem Super-GAU der Schifffahrt. Anti-Atom-Aktivist_innen brachten ein Transparent mit der Aufschrift „Atomtransporte brandgefährlich“ am Rumpf des Schiffs an und forderten die sofortige Einstellung aller Atomtransporte und die Stilllegung aller Atomanlagen weltweit.

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Im Schnitt finden jeden zweiten Tag Atomtransporte über den Hamburger Hafen statt. Neben Atomkraftwerken und Anlagen in anderen Ländern werden auch die Brennelementefabrik im niedersächsischen Lingen und die Urananreicherungsanlage in Gronau (Münsterland) versorgt. Diese Anlagen besitzen eine unbefristete Betriebsgenehmigung und sind nicht vom „Atomausstieg“ umfasst. Solange diese beiden Anlagen laufen, kann von einem Atomausstieg in Deutschland keine Rede sein.